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Wie gehe ich mit Post-Covid um?


Der Herbst ist eigentlich immer eine gute Zeit für neu Bestleistungen - eigentlich. Es ist nicht mehr so warm und auch nicht mehr so trocken wie im Sommer. Es sind eben sehr gute bis teilweise ideale Bedingungen, um neue persönlich Bestleistungen zu erreichen. Und in meiner Vergangenheit hatte sich das schon mehrmals bestätigt.

Und weil ich dieses Jahr auf den Rennsteig-Herbstlauf verzichtet habe, dachte ich mir eben einen Versuch für eine neue PB zu starten. Die Strecke ins Arnsbachtal und zurück ist ziemlich genau 10 Kilometer lang und hat hinwärts gut 170 Höhenmeter Anstieg und heimwärts das gleiche als Abstieg.

Schon auf dem ersten Kilometer - die Coburger-Straße hinauf lief es ganz gut. Die Steigungen im Arnsbachtal verlaufen stufenweise. Es mal etwas bergan, dann wieder ein paar hundert Meter gerade und so weiter. Nach fünf Kilometer kommen noch einmal 100 Meter mit etwas mehr Schmackes. Das ist dann auch der Wendepunkt und es geht die gleiche Strecke zurück.

Eine persönliche Bestzeit ist es nicht geworden. Mit einer Zeit von 53:30 bleibt es bei der Betätigung des letzten Versuchs. Allerdings hat sich der effektive VO²max stark verbessert. Nach dem Trainingslauf ging es mir entsprechend gut - etwas kaputt, aber gut.
Das war am 9. Oktober 2022.

Die HRV-Messung am folgenden Morgen hatte das Gefühl von kaputt aber gut so weit betätigt. Allerdings war das eine Fehleinschätzung. Denn da hatte mich das Virus bereits im Griff. Bemerkt habe ich das erst am späten Nachmittag als es mir zunehmend schlechter ging.

Die darauf folgende Nacht hatte das Chaos offenbart. Plötzliche aus dem Nichts auftretende Muskelkrämpfe an beiden Fußsohlen beginnend, über die Waden und Oberschenkel bis zum ganzen Rücken. Dröhnende Kopfschmerzen rund um den ganzen Schädel haben das Covid-Infektions-Syndrom sehr gut ergänzt.
Schlafen und Regenerieren gehen anders.

Nach 12 Stunden im Bett konnte und wollte ich nicht mehr liegen. Also aufgestanden und im Fernsehsessel bequem gemacht. Nach zwei Stunden war auch das zu blöd, also wieder ins Bett und weiter geschlafen. Glücklicherweise - oder war es das Magnesium? - haben die Krämpfe nachgelassen. Gegessen hab ich an diesem Tag gar nichts.

Es wäre sicher besser gewesen noch einen Tag weiter zu Fasten, aber ich hatte einfach Hunger. Hausmittel #1 bei Infekten: Hühnerbrühe, natürlich. In meinem Fall mit etwas Suppengemüse drin. An den folgenden Tagen hab ich mich Gemüse lastig ernährt, was ungemein hilfreich ist.
Mit reichlich Omega 3, Vitamin D3, Vitamin C und einer Low-Carb Ernährung hab ich die schlimmsten Symptome nach knapp einer Woche in den Griff bekommen. An Lauftraining war allerdings noch lange nicht zu denken. Neben allgemeiner Schwäche und Müdigkeit war der Hals noch immer kratzig und die Nase verschnupft.
Das hat sich dann noch vier Wochen so hingezogen.

Erst am Sonntag der vierten Woche - 6. November - bin ich ein erstes Mal wieder raus zum Laufen. Das Ergebnis war sehr ernüchternd: viel Puls bei wenig Pace. Die folgenden drei Versuche verliefen ähnlich. Auch Garmin vermeldete als Trainingszustand ein "unproduktiv".

Für die nächsten Wochen, vielleicht Monate, heißt das für mich weiter Low-Carb essen und gezielt Nahrungsergänzung einsetzen. In das Training werde ich Alternativen wie Rudermaschine und Calisthenics einbeziehen.

Schließlich hab ich für die Jubiläumsausgabe zum 50. Guts-Muths-Rennsteiglauf am 16. Mai 2023 gemeldet.


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